Der DGB Baden-Württemberg unterstützt die Gewerkschaft ver.di, Sonntagsöffnungen im Handel auf ein Mindestmaß zu begrenzen.

Anlässlich des Streits über einen verkaufsoffenen Sonntag am 2. Oktober in Stuttgart, sagte der DGB-Landesvorsitzende Nikolaus Landgraf: "Die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage in der Region Stuttgart hat inzwischen ein bedenkliches Ausmaß angenommen. Es ist nicht nachvollziehbar, dass Kommunen und Marketinginitiativen immer neue Anlässe für die Ladenöffnung an Feiertagen schaffen. Diese zusätzlichen Öffnungszeiten gehen zu Lasten der Beschäftigten. Ohnehin sind die Arbeitsbedingungen im Handel vielfach schwierig bis prekär: ein hoher Teilzeitanteil, flexible Einsatzplanung, Schichtdienst, Samstagsarbeit, geringe Bezahlung, Minijobs mit fehlender Absicherung und Personalknappheit gehören vielfach zum Arbeitsalltag. Wenn dann den Beschäftigten noch der Sonntag als Ruhepause genommen wird, ist das Maß voll." Er erwarte, dass Oberbürgermeister Fritz Kuhn in dieser Frage die Interessen der Beschäftigten vertrete, betonte der DGB-Landesvorsitzende.

Der DGB ist Mitglied der Europäischen Sonntagsallianz. Sie setzt sich dafür ein, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihr Recht auf eine Begrenzung der Höchstarbeitszeit und auf tägliche und wöchentliche Ruhezeiten wahrnehmen können.

"Schon jetzt arbeiten Beschäftigte im Handel unter einem so hohen Druck, dass sie keine oder nur kurze Pausen machen können. Die gesetzlich zulässige Höchstarbeitszeit von regulär acht beziehungsweise temporär zehn Stunden wird in vielen Fällen nicht eingehalten. Die Gewerkschaften dringen darauf, dass die Aufsichtsbehörden diese Verstöße ahnden. Nur wenn es regelmäßige Kontrollen im Handel gibt, können diese Missstände abgestellt werden. Die Gewerbeaufsicht ist personell nicht so ausgestattet, dass sie ihrer Rolle gerecht werden könnte. Es bedarf einer deutlichen Aufstockung. Eine funktionierende Gewerbeaufsicht trägt dazu bei, die Gesundheit der Beschäftigten zu schützen", ergänzte Landgraf.

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